Aikido für Jugendliche gibt es nun schon seit 6 Jahren im Raum Freising. Angefangen hat die Aikidoschule in Marzling 2002 und wurde dann, nach deren Schließung 2004, in Palzing weiter geführt. Der Leiter der Kinder- und Jugendgruppe in Palzing ist Christian Taschner 3.Dan, der nach wie vor viel Spaß und Freude mit seinen Schützlingen hat.
Entwickelt wurde Aikido von einem Japaner, Namens
Morihei Ueshiba ( 1883 – 1969 ). Viele sagen auch O`Sensei, was so viel
wie „Großer Lehrer“ bedeutet. O´Sensei hatte viele japanische
Kampfkünste studiert, bevor er Aikido entwickelte. Die Wurzeln des
Aikido gehen also aus den altenSamuraischulen hervor. Einer seiner
wichtigsten Lehrer war Sokaku Takeda, ein japanischer Adliger und
Samurai.
Da Aikido zwischen 1930 und 1960 entstand, ist diese Kampfkunst sehr modern. Das zeigt sich vor allem daran, dass Mädchen ebenso akzeptiert sind wie Jungen. Was noch dazu kommt ist, dass wir die Aikido- Hebel und Würfe mit so wenig Kraftaufwand wie möglich ausführen und uns ganz der Kraft des Angreifers bedienen. Wir blocken und schlagen nicht. Hier wird immer viel Kraft benötigt und in diesem Fall sind die Mädchen oft unterlegen. Unser Ziel ist es, eine stabile Haltung zu entwickeln, aus unserer Körpermitte heraus den Angriff zu führen und für uns zu verwenden. Da unsere Wurzeln in den alten Samuraischulen sind, üben wir auch noch mit dem Bokken - einem Holzschwert, das wie ein Samuraischwert aussieht – und dem Jo – ein Holzstock mit 130 cm Länge.
In Palzing können Kinder ab 7 am Dienstag und Jugendliche ab 10 am Freitag trainieren. Das Training besteht zur einen Hälfte aus Dehnungsübungen, Gymnastik und Fallschule und zur anderen Hälfte aus Technikübungen. Zwischendurch spielen wir auch ein bisschen.
Dehnungsübungen und Gymnastik sind sehr wichtig, weil viele von uns sich nur noch sehr begrenzt bewegen und dadurch immer steifer und unbeweglicher werden. Durch das Aikidotraining bekommt man einen flexiblen und beweglichen Körper. Wir lernen wieder mit unserem Körper zu lernen, ihn zu beherrschen und wir bleiben fit.
Die Fallschule üben wir, damit wir uns im Training nicht verletzen und damit wir eine gute Körperspannung bekommen. Es gibt die Vorwärtsrolle, die Rückwärtsrolle und die hohe Fallschule. Die lernt man aber erst, wenn man die beiden anderen sehr gut beherrscht. Das Rollen ist aber nicht nur für unseren Körper gut. Auch für unser Denken ist das von Vorteil. Wenn wir lernen hinzufallen und mit dieser Kraft gleich wieder aufzustehen, wird uns das immer helfen. Egal ob wir körperlich oder geistig hinfallen, wir stehen wieder auf, denn das Leben geht weiter.
Im Aikido gibt es keine Wettkämpfe. Dadurch können wir uns sehr gut auf das Üben von Verteidigungstechniken konzentrieren, die wir dann zu den Gürtelprüfungen vorführen oder es findet eine Vorführung vor richtigem Publikum statt. Im Training üben wir immer zu zweit. Einer führt einen festgelegten Angriff aus und der Andere übt eine bestimmte Technik und dann wird gewechselt. Dies hat den Vorteil, dass wir nicht nur die Technik gut lernen, sondern auch die passende Fallschule. Jeder ist abwechselnd Angreifer und Verteidiger. Als Verteidiger muss man natürlich auf seinen Partner aufpassen, damit ihm nichts passiert. Man lernt sich zu beherrschen, Verantwortung für den Anderen zu übernehmen und sich durchzusetzen , aber mit Respekt dem Anderen gegenüber, ohne in zu verletzen.
Man kann im Aikido jederzeit mitmachen, da Anfänger und Fortgeschrittene immer zusammen trainieren und es kein Kurssystem, sondern eine Mitgliedschaft gibt. Die Kinder / Jugendlichen, die schon länger mit dabei sind, kümmern sich um die, die neu sind. Ausgrenzung oder „Radelfahrertum“ wird nicht toleriert. Neue sind immer willkommen und werden freundlich aufgenommen. Das stärkt das Gemeinschaftsgefühl und die soziale Kompetenz des Einzelnen.
Aikido muss man nicht können, sondern lernen wollen.